| Wochenende der Wahrheit |
| Donnerstag, den 07. April 2011 um 20:19 Uhr | |||
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"Wir erwarten keine Wunderdinge, aber wir wollen uns trotzdem nicht die Butter vom Brot nehmen lassen - Und vor allem besser in die Bundesligasaison starten, als im vergangenen Jahr", sagt der Sportliche Leiter des Thüringer Energie Teams Jens Lang vor dem ersten Rennen in Fürth-Cadolzburg am Sonntag. 2010 gab es ein historisches Negativerlebnis: ertsmals in der Geschichte der Bundesliga belegte eine Thüringer Mannschaft den letzten Platz in der Tageswertung. Dabei soll es auch bleiben und genau das Gegenteil erreicht werden. Am Ende des Jahres soll der Gesamtsieg an das Thüringer Energie Team gehen. Damit wäre das Dutzend voll. Außerdem starten Bastian Bürgel und Jasha Sütterlin am Wochenende bei der Flandern-Rundfahrt der Nachwuchsklasse.
"Die Bundesliga ist offener denn je", sagt Lang, "Nicht nur bei uns, auch in anderen Teams gab es einen Umbruch. Viele Leistungsträger sind ausgeschieden, ob altersbedingt oder aus anderen Gründen", sagt Lang und verweist auf Namen wie Rinker, Schmeiser, Fiedler, Weicht und natürlich eigene Abgänge, wie Maximilian May, Marcel Kittel sowie allen voran John Degenkolb. "Eine prägende Generation ist weg." Wer kann die Lücke schließen? Das ist die spannende Frage, auf die es an diesem Wochenende eine erste Antwort geben könnte. Aber nicht nur deshalb ist die Bundesliga so spannend. Auch gibt es wieder mehr Mannschaften. 16 sind dieses Jahr am Start. 2010 waren es 14. "Cadolzburg ist eigentlich ein klassischer Frühjahrsklassiker. Aber das Wetter wird in diesem Jahr den Prognosen nach wohl nicht die entscheidende Rolle spielen", blickt Lang voraus. Und so würde sich alles auf den neuralgischen Punkt des Kurses konzentrieren: die enge und sehr steile Anfahrt zum Ziel auf dem historischen Marktplatz in Cadolzburg. "Der Kampf um eine gute Position vor dem Berg und im Anstieg wird das Rennen prägen, am Ende auch entscheiden", sagt Lang. Das Thüringer Energie Team hat sieben Fahrer für den Bundesliga-Auftakt nominiert. Jakob Steigmiller und Ralf Matzka werden aller Voraussicht nach nicht starten. "Wir wollen den beiden Startern von der Bahn-WM noch eine kleine Pause gönnen, um sich zu erholen. Allerdings", schränkt Lang ein, "wir werden nach einem Test, der uns Aufschluss über die Form geben soll, entscheiden, ob Ralf Matzka doch die Mannschaft führen kann." Gerade in Zeiten ohne Funk ist es enorm wichtig, einen erfahrenen Mann zu haben, der als verlängerter Arm der Sportlichen Leitung die Mannschaft in entscheidenden und schwierigen Situationen führen kann. "Wir werden ihn aber nicht starten lassen, wenn seine Werte nicht gut sind. Wenn wir sehen, er würde überreizen, verzichten wir lieber. Die Saison ist lang genug." Für Lang ist das erste Rennen doppelt interessant. Einerseits ist er gespannt, was sich über den Winter national getan hat. Zudem wird sich zeigen, wie sich die Mannschaft findet, ob sie Struktur kriegt, wer hierarchisch in welche Rolle schlüpft, im Finale Position fahren kann oder Edelhelfer wird. Mit Blick auf die gesamte Serie hebt Lang drei Punkte besonders hervor: Zum ersten Mal wird die deutsche Bahnmeisterschaft Bestandteil der Bundesliga sein. ("Das freut uns als Mannschaft.") Zum anderen ist die Bergmeisterschaft als Zeitfahren und anschließendem Rennen im Gundersen-Prinzip angelegt. Und drittens gibt es neben der Zeitfahrdeutschen noch ein weiteres Zeitfahren, was in die Wertung eingeht. Doch nicht nur wegen dem Wochenende bezeichnet Lang das bevorstehende Wochenende, als jenes der Wahrheit. Bastian Bürgel und Jasha Sütterlin starten bei der Flandern-Rundfahrt, welche zum Nationen-Cup gehört. "Diese Wertung ist sehr wichtig. Es gilt hier von Anfang an, das Maximale rauszuholen, weil es um die Startplätze für die WM geht. Ein Platz unter den Besten fünf Nationen am Ende ist gleich bedeutend mit der maximalen Starterzahl bei der WM. Und jeder Mann mehr auf dem flachen Kurs in Kopenhagen ist gold wert." Vielleicht gelingt es wieder, einen Fahrer unter den ersten Zehn zu platzieren. Aber Stürze und Defekte nehmen immer einen großen Einfluss auf die Entscheidung. "Das ist manchmal wie Pokern", sagt Lang. Im vergangenen Jahr wurde John Degenkolb Sechster in Flandern. Der Ex-Kapitän startet am Sonntag übrigens bei Paris-Roubaix - für Profis. Und das war sein erklärtes Ziel. "Einige seiner ehemaligen Teamkollegen werden mit einem Auge auf die Pflasterstraßen schielen und natürlich sehr stolz sein", glaubt Lang.
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