Barth startet bei 6-Tage-Rennen in München
Donnerstag, den 12. November 2009 um 02:00 Uhr
Marcel Barth geht ab heute Abend beim "6 Tage Rennen München" auf Rundenjagd. Der Bahnspezialist vom Thüringer Energie Team startet zum ersten mal bei diesem Radsport-Spektakel, das insgeheim auch als Weltmeisterschaft der 6-Tage-Fahrer bezeichnet wird.

Zwei Monate ist es nun her, dass Marcel Barth sein letztes Radrennen gefahren ist. "Wenn ich heute Abend wieder unten auf der schwarzen Linie in der Reihe hänge, Anschlag fahre und Blutgeschmack im Mund habe, werde ich wieder wissen, wie es ist", sagt Barth in gewohnt lockerer Art. Was jedoch nicht bedeuten soll, dass er seine Vorbereitung nicht ernst genommen hat. "Ich war mit meinem Partner Karl Christian König extra in Frankfurt auf der Bahn. Dort haben wir im Training die hohen Geschwindigkeiten der Rennen simuliert und uns Tempohärte geholt", erklärt der Geraer. In München will er sich für weitere Sixdays empfehlen ("Auch aus dem Ausland sind viele Veranstalter vor Ort, die sich die Fahrer anschauen.") und gleichzeitig seine Form für die anstehenden Weltcups auf der Bahn steigern.

"Sehr große Chancen darauf, ganz vorne mitmischen zu können, sehe ich nicht. Eher Außenseiterchancen. Es gibt zu viele, die mehr Wettkampfkilometer in den Beinen haben als ich und ohnehin ein anderes Kaliber sind. Außerdem ist München die inoffizielle WM der Sechstage-Fahrer. Das hat auch Bruno Risi neulich wieder in einem Interview gesagt", so Barth. Wie das entstanden ist, weiß auch er nicht so genau. Fakt ist, dass viele Fahrer um die wenigen lukrativen Verträge kämpfen und sich so früh wie möglich empfehlen wollen. München ist früh, deshalb wird hart gefahren. Neu ist außerdem, dass mit Stuttgart und Dortmund zwei Sechstagerennen weggebrochen sind und so der Druck auf die Sportler noch einmal gestiegen ist. Weniger Rennen, weniger Geld. Auch in den Einzeldisziplinen wie Punktefahren und Scratch will Barth glänzen.