Ein Zweiter Platz und viel Carbon-Schrott
Mittwoch, den 16. Juni 2010 um 22:20 Uhr
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Etwas zu lange etwas zu viel Wind auf der Brust von John Degenkolb hat den ersten Sieg des Thüringer Energie Teams bei der Thüringen Rundfahrt verhindert. Im turbulenten Finale der zweiten Etappe von Bleicherode nach Wasungen fehlten dem Deutschen U23-Meister und Sieger der Hainleite vom vergangenen Sonntag nur ein paar Zentimeter zum Etappenerfolg. Schneller im Massensprint des Feldes war nur Barry Markus vom Rabobank Continental Team, der kurz vor dem Ziel an Degenkolb, der zuvor den Sprint eröffnet hatte, im Tigersprung sein Vorderrad vorbeischob. Dritter wurde Taylor Phinney (Trek Livestrong). Der Australier Michael Matthew (Jayco Skins) verteidigte das Gelbe Trikot des Gesamtführenden.

Degenkolb musste einen langen Sprint fahren und zeitig in den Wind gehen, weil der Zug des Thüringer Energie Teams im engen und windigen Finale nicht ganz rund lief und 200 Meter vor dem Ziel durch einen Sturz völlig ausgebremst wurde. "Schade, d ass wir vor dem Zielspurt als Team im Wind völlig auseinander gewirbelt wurden", sagte Degenkolb etwas enttäuscht nach dem zweiten Platz, "so habe ich den Spurt allein von vorn angezogen und der Holländer ist am Ende mit einem Schlenker noch an mir vorbei gehuscht".Dennoch schaut er positiv nach vorn: "Ein zweiter Platz ist auch etwas, und außerdem haben wir heute sechs Sekunden gut gemacht. Wichtig ist, dass es im Team weiter so stimmt."

Der Teammanager Jörg Werner, der die Mannschaft auch als Sportlicher Leiter betreut, resümierte den Tag mit einem lachenden und einem weinenden Auge: "John ist ein starkes Finale gefahren und hat den Sieg nur knapp verpasst. Wir haben uns gut verkauft und können zufrieden sein", sagte Werner. Mit Blick auf seine anderen Fahrer, die zum Teil ihre Fahrräder nach dem Sturz über die Ziellinie tragen mussten, meinte er allerdings: "Wir haben heute eine Menge teuren Carbon-Schrott erzeugt. Das sind schon ein paar Euro, die heute zu Bruch gegangen sind: ein kaputtes Vorderrad, zwei Hinterräder, ein Schaltwerk und eine Kette kam auch noch dazu", zählte Werner die Sturzfolgen auf. Am wichtigsten sei aber laut Werner, "dass den Jungs nichts passiert ist. Alle können die Rundfahrt fortsetzen."

Am Donnerstag geht es auf der dritten Etappe über 159,7 Kilometer von Wasungen nach Brotterode.