Bundesligarennen und Stehermeisterschaft
Freitag, den 16. Juli 2010 um 16:32 Uhr
Mit den beiden Bundesligarennen am Sonnabend und Sonntag in Ilsfeld-Auenstein wird für Marcel Kittel, Maximilian May und John Degenkolb die wichtigste Phase der WM-Vorbereitung eingeläutet. In den Weinbergen Baden-Württembergs werden nicht nur durch die gegenwärtigen Temperaturen heiße Rennverläufe erwartet. Die Doppelveranstaltung gilt als vorentscheidend für den Ausgang der diesjährigen Bundesligaserie. Das Thüringer Energie Team liegt mit Platz vier in der Gesamtwertung und in der Einzelwertung mit dem bislang Zweitplatzierten Maximilian May auf Lauerposition. Auf der Lauer nach Medaillen liegt ab heute bereits Philipp Klein bei der Deutschen Meisterschaft der Steher im Erfurter Andreasried.

"Am Wochenende wird sich zeigen, wer das Frühjahr nicht verkraftet hat und wer gut erholt aus der Rennpause kommt", erwartet der Sportliche Leiter Jens Lang einige Rückschlüsse auf die Form der Fahrer. Damit meint er allerdings nicht zwingend die eigenen Sportler. "Die Jungs sind gut drauf. Sie sind mit guter Form in die Pause gegangen, haben sich erholt und haben im Training wieder eine gute Form bewiesen", ist Lang zuversichtlich. Er blickt vor allem auf die Konkurrenz. "Die WM-Kandidaten müssen wieder gut in den Tritt finden. Und die anderen Nationalfahrer können eigentlich ganz befreit auffahren."

Das Profil der beiden Rennen ist anspruchsvoll. Im vergangenen Jahr wurde auf dem Kurs am Sonntag der deutsche U23-Meister des Vorjahres ermittelt. "Die geht ordentlich hoch und runter. Außerdem wird sich die Witterung auf den Ausgang des Rennens auswirken. Diese Temperaturen sind doch schon nicht mehr normal für Mitteleuropa", meint Lang, der mit sieben Fahrern an den Start geht. Lediglich Jakob Steigmiller und Florian Harbig fehlen verletzungsbedingt. Ebenfalls nicht am Start ist Philipp Klein, der im Andreasried in den Kampf um die Medaillen bei der Deutschen Stehermeisterschaft eingreifen will.

"Ich habe mich sehr akribisch auf dieses Wochenende vorbereitet. Meine Vorleistungen stimmen, jetzt muss ich diese nur noch im Wettkampf umsetzen können", sagte der Lokalmatador drei Stunden vor seinem Vorlauf am Freitagabend. Zur Vorbereitung gehörten dabei nicht nur viele Trainingseinheiten hinter seinem Schrittmacher Gerd Gessler. "Schon im Winter habe ich beim Sechstagerennen in Berlin damit begonnen, meine Position zu optimieren. Ich fühle mich auf meinem Rad wohler als im letzten Jahr, als ich mein Debüt in dieser Disziplin gegeben habe", sagt Klein, der schnell Gefallen an den Steherrennen fand und 2009 der Publikumsliebling in Erfurt wurde.